Wie viel Kredit kann ich mir leisten?
Sie möchten eine Immobilie kaufen oder ein Haus bauen und benötigen dafür einen Kredit? Die Entscheidung, einen Kredit aufzunehmen, sollte wohlüberlegt und gut geplant sein. Erfahren Sie hier, wie viel Kredit Sie sich leisten können.

Wie viel Kredit kann ich mir leisten?, Das Wichtigste in Kürze
- Die monatliche Belastung bei einem Kredit sollte 30–40% Ihres Nettohaushaltseinkommens nicht überschreiten. Als Faustformel gilt: Für eine grobe Berechnung Ihrer maximal möglichen Kreditrate multiplizieren Sie 0,3 (30%) bzw. 0,4 (40%) mit Ihrem monatlichen Nettoeinkommen.
- Eine realistische Haushaltsrechnung hilft dabei, eine genaue Übersicht über Ihre Finanzen zu bekommen und finanzielle Engpässe bei der Aufnahme eines Darlehens zu vermeiden.
- Zinssatz und Laufzeit beeinflussen maßgeblich die Höhe der monatlichen Belastung und die Gesamtkosten des Kredits.
- Ein höherer Eigenkapitalanteil senkt die Kreditkosten und verbessert die Konditionen.
Wichtige Faktoren für die Kreditaufnahme
Ein Kredit eröffnet finanzielle Möglichkeiten – doch wie hoch darf die monatliche Belastung sein, ohne Ihr Budget zu überlasten? Banken prüfen bei der Kreditvergabe genau, ob Sie die Kreditraten langfristig tragen können, ohne Ihre finanzielle Stabilität zu gefährden. Entscheidend sind dabei nicht nur Ihre Einkünfte, sondern auch Ihre laufenden Ausgaben und bestehenden Verbindlichkeiten. Sie sollten also vor allem über Ihre regelmäßigen Einnahmen und Ausgaben einen genauen Überblick haben.
In diesem Ratgeber erfahren Sie, wie Sie vorgehen, wenn Sie einen Kredit aufnehmen möchten und welche Faktoren Ihre maximale Kreditrate beeinflussen. Nur so können Sie eine gut durchdachte Finanzierung planen.
Ein festes monatliches Einkommen ist wichtig für die Kreditaufnahme
Möchten Sie einen Kredit aufnehmen, ist ein regelmäßiges Einkommen – eine finanzielle Basis – der wichtigste Faktor bei der Kreditbewilligung. Ihr Nettoeinkommen ist der Maßstab dafür, wie viel Kredit Sie sich leisten können. Zu Ihren Einkünften zählen nicht nur Ihr Gehalt aus einer Arbeitnehmerschaft oder Ihr Nettoeinkommen aus selbstständiger Tätigkeit, sondern auch zusätzliche Geldflüsse, etwa aus Vermietungen, Kapitalanlagen oder Unterhaltszahlungen. Je höher und stabiler Ihr Einkommen ist, desto besser sind Ihre Chancen auf günstige Kreditkonditionen. Banken bevorzugen Kreditnehmer mit einem sicheren Arbeitsverhältnis und einem regelmäßigen Geldeingang, da dies das Ausfallrisiko von Ratenzahlungen minimiert.
Lebenshaltungskosten – laufende Fixkosten im Blick
Neben Ihren Einkünften sind auch Ihre monatlichen Ausgaben entscheidend. Dazu gehören Fixkosten wie Miete und Nebenkosten, Strom, Versicherungen, Abonnements und andere wiederkehrende Zahlungen. Auch Ausgaben für Lebensmittel, Mobilität und Freizeit sollten realistisch berücksichtigt und großzügig einkalkuliert werden.
Banken achten darauf, dass nach Abzug aller Fixkosten noch ausreichend finanzieller Spielraum für die Kreditrate bleibt. Eine ehrliche Einschätzung Ihrer monatlichen Ausgaben hilft Ihnen, eine realistische und tragfähige Finanzierung zu planen.
Bestehende Schulden – berücksichtigen Sie finanzielle Verpflichtungen
Falls Sie bereits Kredite bedienen oder andere finanzielle Verbindlichkeiten haben, beeinflusst dies Ihre Bonität und Ihre Kreditmöglichkeiten. Laufende Raten für einen Autokredit, einen bestehenden Immobilienkredit oder Ratenkredite werden von Banken in die Berechnung Ihrer maximalen Kreditrate einbezogen. Je höher Ihre bestehenden Schulden sind, desto weniger finanzieller Spielraum bleibt für eine zusätzliche Kreditaufnahme. Es kann daher sinnvoll sein, vor einem neuen Kredit bestehende Verbindlichkeiten zu reduzieren oder umzuschulden, um bessere Konditionen zu erhalten.
Stellen Sie eine Haushaltsrechnung auf
Bevor Sie einen Kredit aufnehmen, sollten Sie im ersten Schritt eine detaillierte Haushaltsrechnung aufstellen. Damit gewährleisten Sie, dass Sie sich finanziell nicht übernehmen und langfristig zahlungsfähig bleiben. Eine realistische Einschätzung Ihrer monatlichen Belastbarkeit hilft außerdem, unliebsame Überraschungen zu vermeiden.
Haushaltsrechnung: Erfassen Sie alle Einnahmen und Ausgaben
Zunächst sollten Sie Ihre Einnahmen und Ausgaben gegenüberstellen. Dabei ist es wichtig, zwischen fixen und variablen Kosten zu unterscheiden.
Fixkosten
Zu den regelmäßigen Ausgaben gehören beispielsweise Miete oder bereits bestehende Kredite, Nebenkosten wie Strom, Wasser und Heizung sowie Versicherungen für Gesundheit, Haftpflicht oder das Auto (Kfz-Kosten). Bestehende Restschulden und Rücklagen für Notfälle zählen ebenfalls zu den Fixkosten.
Variable Ausgaben
Diese Ausgaben umfassen hingegen Lebensmittel, Freizeitaktivitäten, Urlaube und spontane Anschaffungen. Auch Sparraten für die Altersvorsorge oder spontane Reparaturkosten fallen in diese Kategorie.
Ein umfassender Überblick über diese Posten gibt Ihnen eine realistische Einschätzung darüber, wie viel Geld monatlich noch für eine Kreditrate zur Verfügung steht.
Beispielrechnung für die monatliche Kreditrate
Auch wenn wir Ihnen hier keine genaue Aufschlüsselung der einzelnen Ausgaben zeigen – diese sehen schließlich bei jedem anders aus –, könnte eine realistische Haushaltsrechnung für einen Monat grob folgendermaßen aussehen:
Nettoeinkommen: 3.500€
Fixkosten: 1.200€ für Miete und Nebenkosten.
Weitere Fixkosten: 200€ für Versicherungen, 250€ für das Auto und 150€ für weitere Fixkosten.
Variable Ausgaben: wie Lebensmittel, Freizeit, Urlaub sowie Rücklagen und Sparraten summieren sich auf 900€.
Damit verbleiben theoretisch 800€, die für eine monatliche Kreditrate aufgebracht werden könnten.
Wie viel Kredit ist sinnvoll?
Auch wenn rein rechnerisch eine hohe Summe als Kreditrate möglich wäre, empfehlen Banken aus Sicherheitsgründen eine konservativere Einschätzung. Die sogenannte Schuldendienstquote, also der Anteil des Einkommens, der für Kreditzahlungen verwendet wird, sollte idealerweise nicht mehr als 30 bis 40 Prozent des Nettoeinkommens betragen. Das bedeutet, dass eine Person mit 3.500€ Nettoeinkommen monatlich höchstens 1.050€ für einen Kredit aufwenden sollte.
Die 800€ als Monatsrate für das Darlehen aus unserer Beispielrechnung sind also realistisch und für den Kreditnehmer zu bewältigen, wenn sich sein Gehalt nicht verringert, er den Job nicht verliert und auch sonst keine weiteren Kosten entstehen.
Schuldendienstquote: Die Schuldendienstquote zeigt, wie viel Prozent des Einkommens für die Rückzahlung von Krediten aufgewendet werden müssen. Sie setzt sich aus den laufenden Kreditraten – also Zinsen und Tilgung – im Verhältnis zum Gesamteinkommen zusammen. Eine niedrige Quote deutet auf eine stabile finanzielle Situation hin, während eine hohe Quote zeigt, dass ein Großteil des Einkommens für Schulden verwendet wird, was das Risiko finanzieller Engpässe erhöhen kann.
Kalkulieren Sie finanzielle Risiken mit ein
Um finanzielle Engpässe zu vermeiden, ist es ratsam, einmal “vom schlimmsten Fall” auszugehen. Dabei sollten Sie berücksichtigen, wie sich eine Einkommensminderung, beispielsweise durch Jobverlust oder Elternzeit, auf die eigene Zahlungsfähigkeit auswirken könnte. Auch steigende Zinsen oder unvorhergesehene Kosten – etwa durch eine größere Reparatur oder eine gesundheitliche Notlage – können Ihr Budget belasten. Ein ausreichend finanzieller Puffer, bzw. ein sogenannter Notgroschen ist daher essenziell, um auf unvorhergesehene Ereignisse reagieren zu können.
Kreditarten und Bankrichtlinien
Je nach Kreditart unterscheiden sich die Voraussetzungen und Berechnungen. Während Konsumkredite oft kurzfristig aufgenommen und mit höheren Zinsen belegt werden, sind beispielsweise Hauskredite für das langersehnte Eigenheim langfristige Finanzierungen, die oft einen hohen Eigenkapitalanteil voraussetzen. Autokredite hingegen sind oft zweckgebunden und können von Banken mit speziellen Konditionen angeboten werden. Unabhängig von der Kreditart prüfen Banken die Bonität der Antragsteller. Dabei spielen SCHUFA-Score, Einkommensnachweise und bestehende Verbindlichkeiten eine zentrale Rolle.
Wichtig:
Eine gründliche Haushaltsrechnung hilft dabei, eine tragfähige monatliche Kreditrate festzulegen. Experten raten dazu, nicht das gesamte frei verfügbare Einkommen für Kreditzahlungen zu nutzen, sondern stets eine finanzielle Reserve einzuplanen. Ein bewusster Umgang mit der eigenen Finanzlage schützt vor Zahlungsengpässen und sorgt dafür, dass der Kredit langfristig für Sie tragbar bleibt.
Eigenkapitalanteil für Immobilienkredit
Je mehr Eigenkapital Sie in die Finanzierung einbringen können, desto günstiger sind in der Regel Ihre Kreditkonditionen. Das vorhandene Eigenkapital ist ein zentraler Faktor bei der Ermittlung der möglichen Kredithöhe. Besonders bei Immobilienkrediten reduziert ein hoher Eigenkapitalanteil das Risiko für die Bank und senkt somit die Zinsen.
Auch bei anderen Kreditarten kann eine größere Anzahlung oder eine vorhandene finanzielle Reserve vorteilhaft sein. Empfehlenswert ist es, mindestens zehn bis 20 Prozent der Gesamtkosten aus Eigenmitteln zu finanzieren. Dies senkt nicht nur die monatliche Belastung, sondern sorgt auch für eine größere finanzielle Sicherheit – für Sie selbst und die Bank. Die genaue Anforderung hängt von der individuellen Bonität und den Richtlinien der Bank ab.
Noch vor der Immobiliensuche und dem Bankgespräch sollten Sie genau wissen, wie viel Eigenkapital Ihnen zur Verfügung steht. Denn je höher Ihr Eigenkapitalanteil, desto besser sind meist die Konditionen für Ihren Immobilienkredit. Eine Finanzierung ohne Eigenmittel ist in Einzelfällen zwar möglich, aber deutlich schwieriger und oft mit höheren Zinsen verbunden. Selbst bei sehr guter Bonität erwarten Banken, dass zwischen zehn und 30 Prozent vom Kaufpreis plus Kaufnebenkosten durch Eigenmittel getragen werden. Zu den Kaufnebenkosten zählen beispielsweise die Grunderwerbsteuer, Notarkosten und Grundbucheintragkosten sowie Maklerkosten, wenn Sie einen Immobilienmakler beauftragt haben.
Faustformel: Berechnung der maximalen Kredithöhe
Wie viel Kredit kann ich mir leisten? – Faustformel zur Berechnung
Ihr monatliches Nettoeinkommen ist auch hier wieder die Grundlage für die Berechnung. Ihr Nettoeinkommen multiplizieren Sie mit dem Faktor 110. Wie bei unserem obigen Rechenbeispiel gehen wir auch hier wieder von einem Nettoeinkommen von 3.500€ aus. Bedenken Sie aber, dass diese vereinfachte Faustformel noch nicht Ausgaben wie Lebenshaltungskosten oder andere finanzielle Verpflichtungen einkalkuliert.
3.500€ x 110 = 385.000€ (max. Kredithöhe)
Wie viel Kredit bei wie viel Gehalt?
Am besten orientieren Sie sich an dem monatlich verfügbaren Budget, das Sie für die Monatsraten aufbringen könnten. Hierfür werden maximal 30 bis 40% Ihres Nettoeinkommens empfohlen, damit Sie beim Abbezahlen Ihres Darlehens liquide bleiben und nicht in finanzielle Schwierigkeiten geraten.
Behalten Sie auch hier Ihre individuellen Ausgaben im Blick und prüfen Sie, wohin Ihr Geld monatlich fließt. Die Monatsrate bei einem Nettoeinkommen von 3.500€ beträgt bei 30% 1.050€. Bei 40% sind es bereits 1.400€.
Welche Kreditrate eignet sich für mich?
Bevor Sie sich für eine Kreditrate entscheiden, sollten Sie überlegen, welche langfristigen finanziellen Verpflichtungen auf Sie zukommen könnten. Folgende Fragen können Ihnen bei der Einschätzung helfen:
- Wie stabil ist Ihr Einkommen, und gibt es Risiken für künftige Einbußen?
- Planen Sie größere Ausgaben in den nächsten Jahren, etwa für eine Familiengründung, ein neues Auto oder möchten Sie andere größere Anschaffungen tätigen?
- Können Sie bei finanziellen Engpässen auf Ersparnisse zurückgreifen, oder wäre eine hohe Kreditrate ein Risiko?
Um auf Nummer sicher zu gehen, lohnt es sich, eine Kreditrate zu wählen, die nicht das Maximum des finanziell Machbaren ausschöpft. So haben Sie weiterhin genügend Spielraum für unerwartete Ereignisse, damit die finanzielle Belastung langfristig tragbar bleibt.
Laufzeit und Zinssatz mit einberechnen
Die Wahl der richtigen Laufzeit ist ein entscheidender Faktor für die finanzielle Planung. Sie beeinflusst nicht nur die Höhe der monatlichen Kreditraten, sondern auch die Gesamtkosten des Kredits.
Wie beeinflusst die Laufzeit die monatliche Belastung?
Grundsätzlich gilt: Je länger die Laufzeit, desto niedriger fällt Ihre Monatsrate aus. Das kann kurzfristig für finanzielle Entlastung sorgen, führt jedoch langfristig zu höheren Gesamtkosten, da über einen längeren Zeitraum mehr Zinsen anfallen. Eine kürzere Laufzeit hingegen reduziert die Zinsbelastung, setzt aber höhere monatliche Kreditraten voraus, die gut in das persönliche Budget passen müssen.
Der Einfluss des Zinssatzes
Der Zinssatz spielt eine entscheidende Rolle bei der Kreditkostenberechnung. Schon geringe Zinsunterschiede können über die Jahre hinweg einen erheblichen Unterschied in den Gesamtkosten ausmachen. Daher lohnt es sich, verschiedene Finanzierungsangebote zu vergleichen und – falls möglich – von niedrigen Zinsen durch eine kürzere Laufzeit zu profitieren.
Beispielrechnung: Unterschiedliche Laufzeiten im Vergleich
Ein direkter Vergleich zeigt, wie sich unterschiedliche Laufzeiten auf die monatliche Rate und die gesamten Zinskosten auswirken:
- Kreditbetrag: 200.000€
- Zinssatz: 2% p. a.
Laufzeit | Monatliche Kreditrate | Gesamte Zinskosten |
---|---|---|
15 Jahre | 1.287 € | 32.000 € |
25 Jahre | 848 € | 65.000 € |
Sie sehen deutlich an den Zahlen, dass eine längere Laufzeit die monatliche Belastung reduziert, aber gleichzeitig zu fast doppelt so hohen Zinskosten führt.
Die richtige Balance finden
Die optimale Kreditlaufzeit hängt von verschiedenen Faktoren ab:
- Individuelle finanzielle Situation: Wer mehr finanziellen Spielraum hat, kann von einer kürzeren Laufzeit profitieren und Zinskosten sparen.
- Flexibilität und Sicherheit: Eine längere Laufzeit kann sinnvoll sein, wenn Ihre regelmäßigen Ausgaben bereits hoch sind und eine kontinuierlich zu hohe Monatsrate ein Risiko darstellen würde.
- Langfristige Planbarkeit: Möchten Sie möglichst schnell schuldenfrei sein oder steht eine moderate monatliche Belastung im Vordergrund?
Tipp: Einige Banken bieten Sondertilgungen an, mit denen sich die Laufzeit nachträglich verkürzen lässt, ohne sich direkt auf eine hohe Monatsrate festzulegen.
Maximale Kredithöhe unter Berücksichtigung von Zinssatz und Tilgung
Für eine noch genauere Berechnung müssen Sie den aktuellen Zinssatz sowie die Tilgung berücksichtigen. Nehmen wir einmal an, Sie haben monatlich 800€ für die Kreditrate zur Verfügung und Sie möchten ein Darlehen mit einem Zinssatz von 4% und einem Tilgungssatz von 2% in Anspruch nehmen, stellt sich folgende Rechnung auf:
-> (800€ x 12 Monate x 100) : (4% + 2%) = 160.000€
Sie sehen anhand dieser Formel, dass die maximale Kredithöhe deutlich von der vorherigen Berechnung, die 385.000€ ergab, abweicht. Die 160.000€ basieren auf der Annahme, dass die monatliche Rate konstant bleibt und die Summe aus Zinsen und Tilgung als prozentualer Anteil auf den Kreditbetrag angewendet wird.
Lassen Sie sich individuell beraten
Für eine exakte Berechnung, die Ihre persönliche finanzielle Situation und alle zukünftigen Eventualitäten berücksichtigt, lassen Sie sich am besten eingehend beraten. Schließlich möchten Sie sich mit Ihren finanziellen Verpflichtungen jeglicher Art wohlfühlen und nicht in Nöte geraten.
Kreditsicherheiten – Wie Banken das Risiko bewerten
Bevor ein Darlehen bewilligt wird, prüft die Bank nicht nur das Einkommen und die bestehende Verschuldung, sondern auch mögliche Sicherheiten, die den Kredit absichern. Diese reduzieren das Risiko für die Bank und können sich positiv auf Ihre Kreditkonditionen auswirken – etwa in Form eines niedrigeren Zinssatzes oder einer höheren bewilligten Kreditsumme.
Warum sind Kreditsicherheiten wichtig?
Für Banken besteht das Hauptrisiko darin, dass ein Kreditnehmer seinen Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen kann. Kreditsicherheiten dienen als Absicherung, indem sie der Bank eine Möglichkeit geben, den ausstehenden Betrag zumindest teilweise zurückzuerhalten. Je besser die Sicherheit, desto günstiger kann Ihr Kredit ausfallen.
Tipp: Wer über keine klassischen Sicherheiten verfügt, kann oft durch eine solide Bonität (SCHUFA-Score) oder ein hohes, stabiles Einkommen bessere Kreditkonditionen erhalten.
4 Tipps zur optimalen Kreditplanung
Ein Kredit kann Ihnen finanzielle Spielräume ermöglichen, sollte aber sorgfältig geplant werden, damit Sie langfristig finanzielle Belastungen möglichst gering halten. Wenn Sie sich vorab mit den in diesem Artikel genannten Faktoren für die Aufnahme eines Darlehens auseinandersetzen, profitieren Sie ggf. von besseren Konditionen und gewährleisten sich selbst ausreichend finanzielle Sicherheit. Wir haben Ihnen hier noch einmal wertvolle Tipps für Ihre Kreditplanung zusammengestellt:
1. Erhöhen Sie Ihr Eigenkapital und sichern Sie sich gute Konditionen
Können Sie einen hohen Eigenkapitalanteil beisteuern, ist das Risiko für die Bank bei der Kreditaufnahme geringer und die Konditionen für den Kredit sind auch günstiger. Mit einem höheren Eigenkapital benötigen Sie eine niedrigere Kreditsumme, was auch die Zinskosten senkt. Bei einer Immobilienfinanzierung oder anderen großen Finanzierungen kann es sich lohnen, vor der Kreditaufnahme gezielt Eigenkapital zu erwirtschaften und aufzubauen. So reduzieren Sie nicht nur Ihre monatliche Belastung, sondern auch das Risiko einer Überschuldung.
2. Wählen Sie clever Laufzeit und Zinssatz des Darlehens
Die Wahl der richtigen Laufzeit ist entscheidend für die Gesamtkosten Ihres Kredits. Eine kürzere Laufzeit bedeutet meist niedrigere Zinskosten, da das Darlehen schneller getilgt wird. Allerdings steigt dadurch die monatliche Rate und somit Ihre finanzielle Belastung. Eine längere Laufzeit reduziert hingegen zwar die monatliche Belastung, führt aber insgesamt zu höheren Zinszahlungen.
Vergleichen Sie die verschiedenen Szenarien beispielsweise mit einem Tilgungsplan für sich, um die optimale Balance zwischen monatlicher Rate und Gesamtbelastung zu finden. Nutzen Sie auch unseren Kreditrechner für eine Baufinanzierung oder lassen Sie sich von einem Experten dazu beraten.
3. Berücksichtigen Sie einen finanziellen Puffer
Plötzliche Reparaturen, gesundheitliche Probleme oder andere unvorhergesehene Ereignisse können teuer sein und jederzeit auftreten. Damit Sie für solche unvorhergesehenen Ausgaben nicht in Zahlungsschwierigkeiten geraten, planen Sie unbedingt einen finanziellen Puffer ein. Eine Faustregel besagt, dass Sie eine Notfallreserve von mindestens drei bis sechs Monatsgehälter zurücklegen sollten. So sind Sie im Notfall abgesichert, ohne dass Sie teure Dispokredite oder neue Darlehen aufnehmen müssen.
4. Sichern Sie sich gute Zinskonditionen
Die Zinshöhe hat einen großen Einfluss auf die allgemeinen Kreditkosten. Bei Immobilienfinanzierungen kann es sinnvoll sein, eine lange Zinsbindung zu wählen, um sich vor steigenden Zinsen zu schützen. Gerade in Niedrigzinsphasen ist es vorteilhaft, sich günstige Konditionen über einen langen Zeitraum zu sichern. Achten Sie auf die Möglichkeit von Sondertilgungen, um flexibel zu bleiben und Ihren Kredit schneller abzuzahlen. So können Sie auch die Zinskosten schneller senken.
Die Entscheidung, ein Darlehen aufzunehmen, sollte gut durchdacht sein. Indem Sie Ihre monatliche Belastung realistisch kalkulieren und alle relevanten Faktoren berücksichtigen, können Sie sicherstellen, dass Sie sich einen Kredit leisten können, ohne in finanzielle Schwierigkeiten zu geraten oder Ihren Lebensstandard stark einschränken zu müssen. Ein klarer Überblick über Ihre Finanzen und eine durchdachte Planung helfen Ihnen dabei, die für Sie optimale Kreditentscheidung zu treffen.
Sollten Sie sich – aus welchen Gründen auch immer – mit Ihrem Kredit verkalkuliert haben und Sie können die Kreditraten nicht mehr abbezahlen, haben Sie verschiedene Möglichkeiten:
- Kontaktieren Sie direkt Ihre Bank: Oft können Sie eine Ratenpause, eine Verlängerung der Laufzeit oder eine Zinsanpassung vereinbaren.
- Prüfen Sie Ihr Haushaltsbudget: Wo sehen Sie Potenzial für Einsparungen? Häufig lässt sich bei den Lebenshaltungskosten sparen, sodass Sie die Raten doch noch zahlen können.
- Ziehen Sie eine Umschuldung in Betracht: Ein günstigerer Kredit kann die monatliche Belastung reduzieren.
- Verkaufen Sie die Immobilie: Falls Sie keine andere Lösung finden, können Sie mit dem Verkauf der Immobilie eine Zwangsversteigerung vermeiden.
Allgemein gilt: Suchen Sie sich frühzeitig Rat und sprechen Sie direkt mit Ihrem Bankberater. Gemeinsam finden Sie eine Lösung.
Zu wissen, wie hoch die maximale Kreditsumme bzw. die maximal monatliche Kreditrate sein könnte, ist eine Sache, doch ob Sie auch den gewünschten Kreditbetrag bekommen, entscheidet die Ihre Bank bzw. der Kreditgeber anhand folgender Kriterien:
- Ihre Bank prüft Ihr Einkommen und Ihre finanzielle Situation. Ein sicheres und stabiles Einkommen erhöht die Chancen auf eine höhere Kreditsumme.
- Ihre Kreditwürdigkeit wird anhand Ihrer SCHUFA-Daten und Ihrer bisherigen Zahlungshistorie bewertet. Eine gute Bonität kann bessere Konditionen und höhere Kreditbeträge ermöglichen.
- Gerade bei Immobilienkrediten wird ein Eigenkapitalanteil von mindestens 10 bis 30 Prozent des Kaufpreises verlangt. Je mehr Eigenkapital Sie einbringen können, umso niedriger ist das Risiko für die Bank und umso besser stehen die Chancen für eine Kreditzusage.
- Die monatliche Kreditrate muss zu Ihrem Budget passen. 30-40% Ihres Nettoeinkommens sollten dabei nicht überschritten werden. Auch diesen Wert wird die Bank überprüfen.
- Die Höhe der Zinsen und die Laufzeit bestimmen mit, wie viel Kredit Sie sich leisten können. Ein niedriger Zinssatz sorgt für eine geringere monatliche Belastung, während eine längere Laufzeit die Raten reduziert, aber die Gesamtkosten des Kredits erhöht.
- Bereits bestehende Verbindlichkeiten, wie ein anderer Kredit, können die maximale Kreditsumme verringern. Banken kalkulieren Ihr verfügbares Einkommen und berücksichtigen laufende Kosten.
- Ein höheres Eigenkapital einbringen, um das Finanzierungsrisiko für die Bank zu senken.
- Bestehende Kredite oder Schulden reduzieren, um die monatliche Belastung zu senken.
- Eine längere Laufzeit wählen, um die monatlichen Raten tragbarer zu machen.
- Ihre Bonität verbessern, indem Sie Rechnungen pünktlich zahlen und unnötige Kreditverpflichtungen vermeiden.
Letztendlich entscheidet die Bank individuell über die Kredithöhe. Es lohnt sich, verschiedene Angebote zu vergleichen und eine Finanzierung zu wählen, die zu Ihrer finanziellen Situation passt.
Gerechnet wird mit 10-30% vom Kaufpreis plus Kaufnebenkosten wie etwa Notarkosten, Grunderwerbsteuer und Grundbucheintragkosten. Ohne Eigenkapital ist die Finanzierung eines Hauskaufs nur schwer zu bekommen, da Banken meist erwarten, Sie zumindest die Kaufnebenkosten mit Eigenmitteln decken.